Gitarrenfestival "Gitarre '17" in Remscheid

Die junge Instrumentalistin Nelly von Alven ist eine hochkarätige Gastdozentin beim Festival in Küppelstein. Fünf Tage gibt es Kurse und Konzerte. Andreas Wagner im Remscheider Anzeiger vom 03.02.2017

Nelly 01Als klassische Gitarristin hat sie sich einen exzellenten Ruf erworben: Nelly von Alven mit ihrer von Nicolaus Wollf gebauten Gitarre. Die 26-Jährige ist nicht zum ersten Mal beim „Gitarren-Festival“ an der Akademie, aber als Dozentin war sie bislang noch nicht in Küppelstein.

Sie ist Studentin, vermittelt ihr Können aber bereits auf hohem Niveau weiter. Nelly von Alven kehrt beim am Dienstag beginnenden Festival „Gitarre ’17“ als Gastdozentin an eine vertraute Stätte zurück. In der Küppelsteiner Akademie ist die 26-jährige Saitenvirtuosin immer wieder gerne. 2014 trat die gebürtige Bielefelderin hier im Duo auf, mehrmals war sie als Teilnehmerin dabei.

„Dieses Festival hat eine sehr herzliche Atmosphäre, die aus den Unterrichtsräumen in die Flure getragen wird, wo oft weitergeübt wird. Das Schöne ist der enge Kontakt mit den Teilnehmern und die bunte, interessante Mischung verschiedener Altersgruppen.“ Nelly von Alven freut sich auf das Wiedersehen.

Über 50 Interessenten haben für diese Woche Workshops, Einzel- und Forumsunterricht, Vorträge und Seminare gebucht. Die Ergebnisse münden am Samstag, 7. Januar (19.30 Uhr), in ein Abschlusskonzert der Teilnehmer. Professor Alfred Eickholt von der Uni Wuppertal hat das Programm zusammengestellt. Für 370 Euro erwartet erwachsene Musiker (Jugendliche zahlen weniger) der Kurs, Unterkunft, Verpflegung und freier Eintritt für die öffentlichen Konzerte.

Jeden Abend wird etwas geboten. Der Höhepunkt soll die „International Guitar Night“ am Freitag (20 Uhr) sein. In memoriam Janes Klemencic treten Jinsae Kim, die Katona Twins, das Michael Borner Trio mit dem für einen Grammy nominierten Mandolinisten Mike Marshall und Gerhard Reichenbach auf. Letzterer ist der Bachelor-Vater von Nelly von Alven an der Uni Wuppertal gewesen.

2011 kam sie ins Bergische zum Musikstudium, im Sommer 2015 schloss sie in Wuppertal ab. Die mehrfach preisgekrönte klassische Gitarristin sattelt seither den Master obendrauf. Als Stipendiatin der Yehudi-Menuhin-Stiftung bekam sie nach bestandener Aufnahmeprüfung (mit einem Vorspiel) einen der begehrten Masterstudienplätze am Royal College of Music in London. Mitte 2017 wird die Ostwestfälin fertig sein.
Nelly von Alven will nach dem Master in London bleiben

Nelly von Alven stammt aus einem Lehrer-Haushalt. Die Liebe zur Gitarre entdeckte sie mit acht Jahren. Seither ist diese ein treuer Begleiter durch ihr Leben, der mit Mitte 20 berufliche Perspektiven eröffnet. In London will sie nach dem Master erst einmal bleiben. „Ich habe dort Schüler und Kontakte aufgebaut.“ Einer davon ist Luiz Mantovani, ein Kommilitone.

Der Brasilianer italienischer Abstammung spielt achtsaitige Gitarre und ist durch das Brasilian Guitar Quartet bekanntgeworden. Mit ihm als Duo-Partner sieht Nelly von Alven Potenzial für die Zukunft. „Ich möchte aber auch solistisch weiterkommen“, fügt sie hinzu. Eine eigene CD hat sie bereits veröffentlicht. Bei Fibonacci Records ist „Canto Spirituoso“ erschienen.

Auf ihrem Plattendebüt ist mit „Three memories“ eine Eigenkomposition zu finden, ansonsten unbekannte zeitgenössische Musik, die entdeckt werden will. Nelly von Alven mag Johann Sebastian Bach auf der Gitarre, schätzt ansonsten Klassisches aus dem 19. bis 21. Jahrhundert. Spanisches und auch südamerikanisches Repertoire zählt zu ihren Favoriten. Die Instrumentalistin beschreitet gerne eigene Wege. Spaß bereiten Nelly von Alven Transkriptionen, in ihrem Fall die Umarbeitung von Klavierstücken für Gitarre.

Vom 3. bis 8. Januar läuft „Gitarre ’17“ an der Akademie der kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW. Der Zusatz „Remscheid“ ist seit September 2016 aus dem Namen gestrichen.

INTERNATIONALES BERGISCHES GITARRENFESTIVAL

PROGRAMM Über 30 Jahre hat sich das Festival in der Akademie, Küppelstein 34, einen Namen gemacht. Auch 2017 gibt es einen Mix aus Klassik, Rock, Jazz, Alter und Neuer Musik. Teilnehmer können sich ihr Kursmenü selber zusammenstellen. Darüber hinaus sind fünf Konzerte geplant: Am Dienstag tritt Theodor Kalich als „Theo live“ (21 Uhr, Eintritt: frei) auf; Mittwoch gibt es Jazz mit den Forsonics und Bert Fastenrath (20 Uhr; 4 Euro); Donnerstag sind mit Nicola Stock und Emma Schützmann junge Talente dran (20 Uhr; 4 Euro); Freitag ist „International Guitar Night“ (20 Uhr; 18 Euro, ermäßigt 10); Samstag (19.30 Uhr; Eintritt frei) wird zum Abschlusskonzert gebeten.

Nelly von Alven wurde als Kursleiterin und Gast verpflichtet neben Peter und Zoltán Katona, Tobias Regner, Jinsae Kim und Mike Marshall, der für seine CD mit dem Turtle Island Quartet für den Grammy nominiert wurde.