NOVA Guitar Duo: Nelly von Alven und Luiz Mantovani konzertierten in der Musik- und Kunstschule Bielefeld
Neue Westfälische, 30.05.2017, von Antje Doßmann

 Artikelphoto 30052017Bestachen auch durch natürliches Auftreten: Nelly von Alven und Luiz Mantovani (NOVA Guitar Duo) in der Musik- und Kunstschule.  © Foto: Antje Doßmann Bielefeld.

Die sechssaitige Konzertgitarre ist ein faszinierend ausdrucksstarkes Instrument, temperamentvoll und für manche Überraschung gut. Wer es so herausragend und mit solch offenkundiger Begeisterung spielt wie die mehrfach ausgezeichnete, in Bielefeld aufgewachsene Preisträgerin und Stipendiatin Nelly von Alven ist immer auch ein bisschen Gitarren-Botschafterin.

Mit großer Entdeckungsfreude spürt sie Kompositionen für dieses Instrument auf und überzeugt zudem zusammen mit Luiz Mantovani mit eigenen, für die Konzertgitarre geschriebenen Bearbeitungen klassischer Sonaten, Tänze und Lieder.

Eine Gitarrenallianz vom Allerfeinsten

Seit dem vergangenem Jahr treten die 26-jährige Musikerin und der renommierte brasilianische Gitarrist als NOVA Guitar Duo auf und sorgen für spannende Konzerterlebnisse. Denn Mantovani ist ein Virtuose an der selten gespielten achtsaitigen sogenannten Brahms-Gitarre, die durch ihre zwei A-Saiten einem Duo große Spielräume eröffnet, besonders für Klaviermusikbearbeitungen.

So haben die beiden, die sich während ihres Studiums am Royal College of Music in London kennengelernt haben, ein sehr variables Repertoire und bestechen bei Konzerten darüber hinaus durch ihr natürliches Auftreten. In der Musik- und Kunstschule, in der Nelly von Alven einst ihre ersten Grundlagen erlernte, konnte man sich davon einen schönen, lebhaften Eindruck verschaffen. Wirkte ihr künstlerisches Miteinander doch bei aller Konzentration entspannt und die Freude der erfolgreichen Gitarristin ungekünstelt, an diesem „vertrauten Ort voller guter Erinnerungen“ zu konzertieren. Auf Einladung des Bielefelder Gitarrenforums unter der Leitung von Nelly von Alvens ehemaligem Lehrer Hans Irmer gab das Duo ein sommerleichtes, hochklassiges Konzert, das mit Ausnahme der Soli, die von Alven im ersten Teil spielte, gemeinsame Bearbeitungen versammelte.

Zur Eröffnung drei Scarlatti-Sonaten, die in der Interpretation des Duos bereits musterhaft vor Gehör führte, wie nahe der Zusammenklang der beiden Gitarren tatsächlich an die dem Ohr vertrautere Klavierbegleitung heranreichte. In den anschließenden Soli, die neben einem mazedonischen Volkslied (Miroslav Tadic) und dem zarten „Nocturne“ aus der Feder des bulgarischen Komponisten Rossen Balkanski die selten gespielte zeitgenössische „Fantasy for Guitar op.107“ von Malcom Arnold umfassten, konnte Nelly von Alven ihr Können eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Der zweite Teil, der von spanischen und südamerikanischen Kompositionen geprägt war, rückte Luiz Mantovani stärker nach vorne. Standen neben Stücken von Federico Mompou und Manuel de Falla mit den Kinderliedern „12 Cirandinhas“ von Heitor Villa-Lobos doch Stücke eines Komponisten im Vordergrund, für dessen Einspielungen Mantovani einen Latin Grammy erhalten hatte. Warmer Applaus für eine deutsch-brasilianische Gitarrenallianz vom Allerfeinsten.

Neue Westfälische, Bielfeld

http://www.nw.de/kultur_und_freizeit/kultur/21797038_Alte-Weisen-neue-Klaenge.html, 30.05.2017